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2009 – Michael Weston-King – einer der besten britischen Songwriter konzertiert in der Kulturdiele

Intensiver Geschichtenerzähler mit traurigschöner Stimme und schaurigschönen Songs in der Tradition von Bob Dylan und Townes van Zant

Michael Weston-King

Zum Heulen schön und ein bißchen morbide wird es am 30. Oktober in der Kulturdiele. Michael Weston King absolvierte vor kurzem eine Tournee durch die Vereinigten Staaten von Amerika, sang seine poetischen Text, begleitete sich selbst auf der Gitarre und hatte eine wunderbare Band im Rücken. Gerade ist in Deutschland sein neuestes Album mit dreizehn live eingespielten Songs erschienen, das er „Crawling through the USA“ genannt hat. 

Der Name des Albums ist eine Referenz an eines der großen Vorbilder des Songwriters: Elvis Costello, gleichfalls Brite. King wuchs in der in der Nähe von Liverpool auf und biss sich seine musikalischen Zähne in vielen Bands der später 70’er und der frühen 80’er Jahre in der Liverpooler Post-Punk-Szene aus. Dabei ließ er sich von Marc Bolan, später von The Clash, R.E.M., Green On Red oder The Dream Syndicate inspirieren. Vor einigen Jahren hatte er in der Indie-Szene einen Riesenerfolg als Kopf der Alternative-Country-Band „The Good Sons“, der vielleicht „amerikanischsten“ Band Englands. Der Name der Band stammt vom gleichnamigen Nick Cave Album. Mit dieser Formation versuchte Weston-King eine authentische britische Alternative der damals aktuellen aufregenden amerikanischen Strömung, einem alternativen Countryrock, zu schaffen.1995 sorgte das deutsche Plattenlabel Glitterhouse mit ihrem Debut-Album‘ Singing The Glory Down‚ für großen Beifall bei den Kritikern, die Vergleiche zu amerikanischen Zeitgenossen wie The Jayhawks, Son Volt, Steve Earle and Joe Henry anstellten.

Es folgte eine unglückliche Zeit mit einem Unfall mit dem Tourbus, bei dem das Equipment zerstört wurde und auch Michael im Krankenhaus landete. Das englische Plattenlabel ging pleite, Bandmitglieder verließen die Formation und die Ehe zerbrach. Eine spätere Reunion der Band mit der wohl besten CD „Happiness“ brachte leider nicht den gewünschten finanziellen Erfolg und die Gruppe ging auseinander.

Michael fing wieder ganz von vorne an, schnappte sich die akustische Gitarre und spielte 1999 das Soloalbum ‚God Shaped Hole‚ ein, ein dunkles Album, das an Songwriter wie Tim Hardin, Woody Guthrie, Guy Clarke, Dylan, Neil Young und noch stärker an Van Zandt und Phil Ochs erinnert. Mittlerweile gehört er längst selbst zur erster Liga der englischsprachigen Liedermacher. Bob Dylan und Neu Young werden bemüht, um den äußerlich eher unscheinbaren Musiker und Geschichtenerzähler einzuordnen.

Michael Weston King erzählt vom Alltag geprägte skurrile Geschichten, singt Lieder von Liebe und Trennungsschmerz ohne Gefühlsduselei. Musikalisch mischt er Elemente aus Rock und Pop, Country und Folk. In der Grundstimmung sind seine Songs verhalten, melancholisch zuweilen, etwas zum Zuhören, ein Genuss auch dann, wenn man des Englischen nicht ganz so mächtig ist.

Seit 2002 ist er als Solomusiker aktiv, Michael ist nicht nur in seinen Songs ein richtiger Geschichtenerzähler, er bringt sein Publikum in den Zwischenansagen mit skurrilen Anekdoten zum Schmunzeln. Man sollte sich diesen munteren, aufmerksamen und nachdenklichen Zeitgenossen in der Kulturdiele nicht entgehen lassen. In einer Biografie heißt es, MWK wird zukünftig das machen, was er am besten kann, Touren, Touren, mit der akustischen Gitarre in der Hand und immer dabei Eindrücke aufnehmen und aufschreiben.

HJ

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