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Unsere Vereinsgeschichte

Seit 1989 Rock, Folklore, Klassik und Literatur mit Dauerpower vom Culturkreis Hemmoor
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Kulturarbeit für Jugendliche und Junggebliebene ist auch in der Provinz möglich

Trotz knapper Mittel macht der Culturkreis Hemmoor über 23 Jahren kulturelle Angebote vorwiegend für Teens und Twens, aber auch für wache Mitvierziger und junggebliebene Senioren. Und das angesichts eines begrenzten Interessentenkreises und eines für die Provinz ungewöhnlichen, qualitativ anspruchsvollen Programms.

Das Projekt, von Rainer Kupke, Uwe Erdmann und Gertrud Schnelle 1989 – durchaus mit Zweifeln an der Machbarkeit – aus der Taufe gehoben, darf aufgrund der Gemeinnützigkeit zwar keine Umsätze machen, schreibt aber trotz anspruchsvoller Verpflichtungen keine roten Zahlen. Mit einem kleinen Zuschuss der Stadt Hemmoor, unermüdlichem Elan und pfiffigen Ideen des Organisationsteams hat sich in der jungen Kleinstadt an der Elbemündung eine vielfältige, bunte Kultur-Szene entwickelt. Die Zahlen sprechen für sich: Über 50 000 Zuhörer fanden in den vergangenen Jahren den Weg in die gut 260 Veranstaltungen.

Während in anderen Orten im Norden der Republik solche Initiativen oft mangels Akzeptanz durch die Bevölkerung bald wieder verschwinden, hat sich dieser Culturkreis in der Vergangenheit ein Image aufgebaut, das relativ stabile Besucherzahlen garantiert. Oftmals wird der Verein jedoch noch mehr von Auswärtigen besucht, sprich das heimatliche Publikum ist schwerer zu begeistern, zu ziehen. Die unterschiedlichen Angebote werden in folgenden Räumlichkeiten durchgeführt. Für eher intimere Konzerte steht die rustikale Kulturdiele (ca. 50 – 200 Personen) oder die Kirche ( ca. 450 Personen ), für Großveranstaltungen die Festhalle Hemmoor (ca. 900 Personen) zur Verfügung.

Kulturelle Vielfalt ist kein Fremdwort für die Programmmacher, sondern selbstverständliche Verpflichtung. Alle Bereiche von Folk, Rock, Pop und Blues, sowie die Sparten Klassik, Volksmusik, Dichterlesungen, Kabarett, Vorträge u.ä. decken die Organisatoren ab. Entscheidend für Verpflichtungen von Gruppen und Künstlern ist vorher die "livehaftige Begegnung" auf Konzerten und Festivals. Wer diesen "Test" besteht, wird auch nach Hemmoor verpflichtet. Im Zeitalter des Internets – alles wird schneller – greifen wir inzwischen auch mal auf gute Mundpropanda zurück. Wirtschaftlichkeit wird trotz der tollen Resonanz in den vergangenen Jahren groß geschrieben, denn "Flops" könnten schwerwiegende Folgen für den Verein nach sich ziehen.

Schließlich ist es auch wichtig, bei dem überwiegend jungen Publikum bei Rockkonzerten mit den Preisen und der Anzahl der Veranstaltungen auf dem Teppich zu bleiben.

Gerade in den letzten Jahren hat sich der Culturkreis durch qualitative Vielfalt so viel Anerkennung verschafft, dass sich Konzertagenturen mit namhaften Künstlern, die sonst nur in den Metropolen auftreten, um die Kleinstadt mit ihren 12.000 Einwohnern bemühen.

Zu den herausragenden Konzerten gehörten zweifellos die Auftritte von Echt, Inga Rumpf, MADSEN, Thees Uhlmann & Band (ein gebürtiger Hemmoorer), Hannes Wader, Lotto King Karl, Steve Skaith – The voice of Latin Quarter, Long John Baldry und Louisiana Red. Besondere Leckerbissen stellten früher die Blues-Nächte dar. Fast die gesamte Creme der deutschen, aber auch mancher Topakt der internationalen Bluesszene fand schon seinen Weg nach Hemmoor. U.a. sind hier Abi Wallenstein, Blues Company, Long John Baldry and The Flying Circus, Rita Chiarelli, Julian Sas, Doug Jay, das Joja Wendt Quintett, Ballermann Blues Projekt Steve Bakers Have Mercy, Blues Package und Harpface and the Heat zu nennen. Dazu kommen die neuen Stars der deutschen Rockszene The Bates, No Sex until Marriage, Die Schröders, Nationalgalerie, The Colour Red, Terry Hoax, Darwins, Selig, The Jinxs, EXTRABREIT, Luxuslärm, Madsen, Thees Uhlmann & Band, Subway to Sally und Fiddlers Green. Weitere Acts waren die britischen Folk-Rocker Pressgang, die sich für ein Benefiz-Konzert zugunsten der Kinder von Tschernobyl zur Verfügung stellten, Ian Cussick, Soultrains Blues Brothers Band und die Traditional Old Merry Tale Jazzband. Zur Tradition wurden die Oldie-Nights, bei denen u.a. schon die Lords, Henner Hoier, die Rattles und Beatles Revival Band auftraten. Auch die Jugend wird gezielt in die Planung von Konzerten eingebunden. Dies sieht man u.a. an den grandiosen Auftritten von Echt, Madsen und den Bates. Neu ist seit 2004 auch die "Crazy-Noise": es treten Bands verschiedener Musikstile auf, organisiert von "unserer" Jugend mit ein wenig Hilfestellung!
Aufgenommen wurden auch der Bereich Komedy ( z.B. Fips Asmussen, Sebastian Schnoy ) und Netzwerkpartys. Netzwerkpartys sind seit 2008 nicht mehr das Thema und auch Comedy wird im Zeitalter des Comedy-Booms schwer und nimmt nur noch einen kleinen Stellenwert ein.

Gute Kontakte, Mut und organisatorisches Geschick machten auch einen kurzfristigen Auftritt von Wolf Maahn und Band zum Auftakt seiner Deutschlandtournee möglich, der übrigens inzwischen 3x in der Oste-Metropole aufgetreten ist. Maahn schwärmte im Musikermagazin "Fachblatt" in den höchsten Tönen von dieser Unplugged-Generalprobe:

"Die Hemmoorer (ein ausgesprochen freundlicher und trinkfester Menschenschlag) machten es uns allerdings auch einfach. Sie tobten schon, bevor wir auch nur einen Akkord gespielt hatten und lieferten für den Rest des Gigs so laute Unisono-Backingvocals, dass wir uns selbst kaum noch hörten."

Bei einem solch emphatischen Publikum ist nicht verwunderlich, dass nicht nur Maahn, sondern auch andere versprochen haben, wiederzukommen. Immer wieder schwärmen die Künstler von unserem dankbaren Publikum und der Begeisterungsfähigkeit.

Kultur bringt der Culturkreis aber auch auf andere Art und Weise in die Provinz. Für Folker und Liedermacher steht die gemütliche Kulturdiele zur Verfügung. Neben dem plattdeutschen Liedermacher Helmut Debus traten dort vor meist vollen Haus schon die Songwriter Allan Taylor, Rod McDonald, Jim Hunter, Mike Silver, Hugh Blumenfeld, David Munyon, Folk-Urgestein Hamish Imlach mit Partnerin Muriel Graves, Mario Hene, Spooner und Wilmking, Kate McDonnel, Melanie Dekker, Gregor Meyle, Tom Lüneburger, Ron Diva, Janet Robin und Pete "Wyoming" Bender auf.

Neben den sicherlich spektakulären Bereichen Folk, Rock und Blues macht der Culturkreis aber auch andere, sehr vielseitige Angebote. Dazu gehören klassische Konzerte (Junge Philharmonie Köln), Chansonabende, musikalische Märchen wie "Peter und der Wolf", musikalische Lesungen "Das Urteil" von Kafka), Lesungen (Bänkeltheater mit Günter Gall und Philipp Rhasea), Dia-Vorträge, Heimatabende z.B. mit Godewind und Günter Willumeit, Gerd Spiekermann und den Bob Cats, Timmerhorst, politisches Kabarett bzw. Kinderunterhaltung(Zaches und Zinnober), Liederabende und sakrale Konzerte mit den Original Don Kosaken. Die eindrucksvollen Christus-Kirche bietet einen tollen Raum für Konzert jeder Art. 1999 startete Inga Rumpf hier ihre Expo-Tournee vor einem begeisterten Publikum mit "Walking in the light". Man sah die Glory Gospel Singers aus New York, aber auch Katja Ebstein, Jesper Tydén, Maybebob und Godewind haben Ihre Visitenkarte hier schon abgegeben. Der letzte Clou war ein weihnachtliches BigBand-Konzert mit der BBG Bremen. Mit der Akkustik der Kirche ein garantiert immer schönes Erlebnis.

Eine weitere Idee wurde mit dem Rock-Förderpreis für Amateurbands im Landkreis Cuxhaven bereits einmal realisiert. Im Jahr 2004 gelang es dem CK mit dem Local Heroes Contest daran anzuknüpfen, was eine sehr positive Resonanz erfuhr und seitdem fester Programmpunkt ist. 2007 durfte man erleben den Bundessieger aus unseren Reihen zu küren: ODEVILLE aus Stade.

Der größte Wunsch bleibt nach wie vor ein Open-Air-Gelände, auf dem noch spektakulärere Events realisiert werden könnten. Inzwischen wächst aber auch der Wunsch nach einer eigenen Halle, einem eigenen Raum, einer Vereinsheimat … Hemmoor könnte mehr….. Bleibt zu hoffen, dass den Machern des Culturkreises der Spaß an der Sache und das experimentierfreudige Publikum erhalten bleibt, damit die Musikszene "in der Provinz" so munter weiterblüht wie bisher.

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