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2002 – Dezember – Nachlese

Hemmoor (kli-NEZ). Sicherlich sind die mehr als 30 Bühnenjahre auch an ihr nicht ganz spurlos vorüber gegangen, doch die Katja Ebstein, die am Freitag Abend die „Bühne“ in der Warstader Christuskirche in Hemmoor betrat, war äußerlich die, wie man sie eben seit 30 Jahren kennt, und sie riss ihr Publikum hin wie seit 30 Jahren.


Die Kirche war gut gefüllt, der Culturkreis Hemmoor hatte alle Karten verkauft, die verkauft werden sollten. Der Altarraum war die Bühne. Die Dekoration war gezielt sparsam – ein Klavier, ein Lesepult und ein Tischchen mit einem Stuhl, einer Lampe und einem Becher Tee. Gemeinsam mit ihrer Pianistin Friederike Hoek präsentierte Katja Ebstein ihr vorweihnachtliches Programm „Es fällt ein Stern herunter …“. Und hier allerdings erkannte man eine neue Katja Ebstein: Es war nicht der Stern vom Mykonos, und es war nicht Theater.
Es war eine wunderschöne Mischung von Gedichten, Liedern und Geschichten von so unterschiedlichen Autoren geprägt wie James Krüss, mit dem sie lange persönlich befreundet war, Heinrich Heine, Karl-Heinrich Waggerl, Loriot, Hans-Dieter Hüsch, Berthold Brecht, Erich Kästner, Georg Kreisler und Anderen. Dem entsprechend waren es mal besinnliche, mal konsumkritisch böse, mal liebevolle und mal satirisch bissige Töne, die sie ihren Zuhörern bot. Und hier fand sich denn doch auch das Theater wieder, denn ihre Darstellung war stimmlich und körperlich immer eins mit dem Inhalt. Auch wenn sie die leisen Töne bevorzugt, war (auch dank der guten Akustik der Kirche) jedes ihrer Worte bis in die letzte Reihe zu verstehen. Es waren anspruchsvolle Texte, die über das Genießen hinaus zum Nachdenken anregen sollten und anregten. Vieles würde man gern noch einmal hören oder nachlesen. Zwei Stunden lang – mit einer kurzen Pause – schlugen die Künstlerin und ihre Begleiterin, die übrigens auch mehrfach sehr schön und gekonnt mit ihr im Duett sang und sprach, ihr Publikum in ihren Bann. Ein Traum ging zu Ende, als die Menschen anschließend wieder aus der warmen Kirche in die kalte Winternacht hinaus mussten, doch die meisten nahmen sicherlich ein Stück dieses Traums mit nach Hause unter den Weihnachtsbaum, und genau das wollte die Künstlerin erreichen.

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